Am Freitag, den 28.08.2026 waren Herr Parzich (Bündnis 90 / Die Grünen) sowie die Landtagsabgeordneten Frau Dr. Gottwald (SPD) und Herr Wagner (CDU) im Rahmen einer Podiumsdiskussion zu Gast am Paul-von-Denis Gymnasium. Geleitet wurde die Debatte von den Schülerinnen des Sozialkunde-Leistungskurses Klasse 13 von Frau Kauderer. Als Zuhörer*innen eingeladen, waren Schüler*innen aus der Oberstufe.
Nach einer kurzen Vorstellungsrunde wurden Frau Dr. Gottwald, Herr Parzich und Herr Wagner zuerst zu ihrem Werdegang und ihrer Arbeit als Politiker*innen befragt. Frau Dr. Gottwald berichtete, dass sie Politikerin geworden sei, weil ihr unsere Demokratie sehr am Herzen liege. Herr Wagner mag an seiner Arbeit, dass er in nahem Kontakt mit den Menschen steht und dass er weiß, wo der Schuh drückt. Frustriert sei er von dem Erstarken der AfD. Herr Parzich engagiert sich als junger Mensch in der Politik, weil er findet, dass Demokratie Demokraten erfordert, und er lud auch die Schüler*innen ein, sich politisch zu engagieren.
Im darauffolgenden ersten thematischen Block ging es um Fragen zur Bildungspolitik, wie die zukünftigen Regelungen für unangekündigte Hausaufgabenüberprüfungen in Rheinland-Pfalz oder die Schwierigkeiten der Schüler*innen in unserer sich z.B. durch strukturelle Veränderungen in der Wirtschaft und KI schnell wandelnden Welt, berufliche Perspektiven zu entwickeln. Beim Thema unangesagte Hausaufgabenüberprüfungen stellten Herr Parzich und Frau Dr. Gottwald deren Sinnhaftigkeit in Frage. Während Frau Dr. Gottwald auf die negativen Auswirkungen von Stress auf das Denkvermögen verwies, forderte Herr Parzich, dass bei Überprüfungsformaten weniger das Abfragen von reproduziertem Ad-hoc-Wissen im Mittelpunkt stehen solle als die Entwicklung von Kompetenzen, wie z.B. auch Kreativität. Hingegen schlug Herr Wagner vor, die Entscheidung den Lehrer*innen und der Schule zu überlassen.
Hinsichtlich des Themas Berufsorientierung ermutigte Herr Wagner, die Schüler*innen Praktika zu machen. Frau Dr. Gottwald wies darauf hin, dass Karrierewege oft nicht linear seien. Für eine erfolgreiche Berufslaufbahn spiele nicht ausschließlich das Zeugnis eine Rolle, sondern der ganze Mensch mit all seinen Fähigkeiten. Deshalb sei es wichtig, herauszufinden, worauf die Jugendlichen Lust hätten und in welchen Lebensbereichen sie sich gut wiederfinden könnten.
Gefragt wurden die Politiker auch, welche konkrete Maßnahme sie sofort umsetzen würden, wenn sie die Möglichkeit dazu hätten. Hier würde sich Herr Wagner für Sprachförderung im Kindergarten einsetzen, Herr Parzich sieht großen Handlungsbedarf bei der Sanierung der vielen renovierungsbedürftigen Schulen und Frau Dr. Gottwald würde das Schulsystem durchlässiger gestalten.
Der zweite thematische Block handelte von Fragen zur Umwelt und zum Nahverkehr. Gesprochen wurde sowohl über konkrete Maßnahmen zum Klimaschutz, die von den Schüler*innen als nicht ausreichend beurteilt wurden, als auch über Fragen zur Klimaanpassung. Bei Letzterem standen die Schulen im Mittelpunkt. Herr Wagner verdeutlichte, dass der Klimawandel bei allen Bestandsschulen baulich noch nicht berücksichtigt wurde. Alle Neubauten müssten unbedingt so gebaut werden, dass sie diesem standhalten. Herr Parzich wies auf die schädlichen Auswirkungen von Klimaanlagen hin, da sie oft klimaschädliches Kältemittel enthielten und die Abluft auch zur weiteren Erhitzung außerhalb der Gebäude beitrage.
Es folgten zwei weitere Diskussionsfragen zu den hohen Mietpreisen in Studentenstädten und zum Rechtsruck in unserer Gesellschaft sowie ein lockerer Abschluss, bei welchem die Politiker*innen aufgefordert waren, Sätze wie „Nicht vermisst habe ich nach meinem Schulabschluss…" zu vervollständigen.
Herzlichen Dank an Frau Dr. Gottwald, Herrn Wagner und Herrn Parzich für Ihre Teilnahme an unserer Podiumsdiskussion!
(Annette Kauderer)